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7 starke Frauen in der Bibel, die Gottes Volk retten

Lerne die weisen Frauen aus Exodus 1-2 und ihren unglaublichen Mut kennen

11. März 2026
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Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte vom Auszug aus Ägypten ist eine der beeindruckendsten Erzählungen in der Bibel, aber nur wenige wissen, dass sie mit sieben mutigen Frauen beginnt, deren Weisheit, Widerstandskraft und Glaube die Tyrannei des Pharaos direkt anfechten und den Weg für die Befreiung Israels ebnen.

So wie viele andere Frauen in der Bibel trotzen auch diese weiblichen Anführerinnen im Glauben der Unterdrückung. Sie verkörpern Gottes Absicht und spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte Israels. Die sieben Frauen in Exodus 1-2 sind:

Schifra und Pua, zwei hebräische Hebammen, die sich dem Pharao widersetzen und Leben retten.

Moses Mutter und seine Schwester, die eine Mini-Arche bauen und Mose retten.

Die Tochter des Pharaos und ihre Dienerin, die sich dem Pharao widersetzen, ein hebräisches Kind retten, eine versklavte hebräische Frau segnen und Mose wie ihr eigenes Kind großziehen

Zippora, die Frau von Mose, die das Leben ihres Mannes mehr als einmal schützt.

Diese sieben Frauen setzen sich für das Leben ein und bereiten den Weg für den Auszug Israels aus Ägypten. Damit setzen sie dem gegen die Schöpfung gerichteten, todbringenden Machtmissbrauch des Pharaos ein Ende.

Zwei hebräische Hebammen bringen Leben

Bei der Schöpfung sagt Gott den Menschen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch. Füllt die Erde“ (Genesis 1,28). Und in Exodus 1,7 steht, dass die Israeliten „fruchtbar waren … und sich vermehrten … . Das Land füllte sich mit ihnen“. Das Wachstum Israels in Ägypten ist eigentlich eine gute Sache, aber der Pharao sieht es als Problem.

Als sich das Volk Israel in Ägypten weiter vermehrt, fühlt sich der Pharao durch ihre wachsende Zahl bedroht. Da er jeden unterdrückt, der seine Macht infrage stellt, befiehlt er zwei hebräischen Hebammen, Schifra und Pua, eine Strategie zur Bevölkerungskontrolle umzusetzen. „Wenn es ein Sohn ist“, sagt er, „dann sollt ihr ihn töten; wenn es aber eine Tochter ist, dann soll sie leben“ (Exodus 1,16).

Was bedeutet das für die Töchter Israels? Dieses Dekret ist kein Akt der Güte gegenüber den Mädchen. Die Geschichte hat den Pharao schon als gnadenlosen Tyrannen beschrieben, der bereit ist, die Israeliten zu versklaven und zu misshandeln (Exodus 1,8-14). Warum also verschont er die hebräischen Töchter? Er lässt sie leben, weil er glaubt, dass sie keine Macht haben.

Die Ironie ist hier offensichtlich, denn die Worte des Pharaos verbinden die Töchter tatsächlich mit dem Leben: „Wenn es eine Tochter ist, soll sie leben (hebräisch chaya)“ (Exodus 1,16). Und die Geschichte wird sich so entwickeln, dass Gottes Kraft des Lebens letztlich die Waffe des Todes des Pharaos besiegt.

Die hebräischen Hebammen Schifra und Pua treten als frühe Verfechterinnen der Gerechtigkeit auf und widersetzen sich mutig der Unterdrückung, indem sie das brutale Edikt des Pharaos, die hebräischen Jungen zu töten, ablehnen. Weil sie „Gott fürchteten”, ließen sie „die Jungen leben (chaya)” (Exodus 1,17).

Der Pharao stellt sich gegen Gott, indem er die Israeliten brutal versklavt und ihre männlichen Babys ermorden will. Er will das von Gott gegebene Leben vernichten, aber die Frauen in dieser Geschichte setzen sich dafür ein, das Leben zu bewahren und zu schützen. Sie arbeiten mit Gott zusammen (Genesis 1,28; Exodus 1,7) und haben deshalb eine riesige Macht, die der Pharao nicht sieht.

Als der Pharao merkt, dass immer noch hebräische Jungen geboren werden, konfrontiert er die Hebammen. Diese gehen schlau vor und erklären ihm, dass hebräische Frauen besonders „lebhaft“ (chaye) seien und ihre Babys immer schon zur Welt brächten, bevor die Hebammen zur Hilfe eilen könnten (1,19). Der Pharao ist ratlos – er hat kaum Kontrolle über das, was bei den Geburten passiert. Und in dieser von Tod überschatteten Geschichte verfolgen diese Frauen Gottes Absicht, Leben zu schenken.

Dennoch zwingt die Weigerung der Hebammen, hebräische Jungen zu töten, den Pharao dazu, es mit einer anderen Taktik zu versuchen. Diesmal bittet er das ägyptische Volk um Hilfe: „Jeden Sohn, der den Hebräern geboren wird, sollt ihr in den Nil werfen, aber jede Tochter sollt ihr leben lassen (chaya)“ (Exodus 1,22).

Obwohl er von den beiden Hebammen überlistet wurde, hindert die blinde Arroganz des Pharaos ihn daran, Frauen als mächtig anzusehen.

Zwei Töchter und eine Schwester schützen das Leben

Als Nächstes widersetzen sich zwei Töchter – Moses Mutter, eine „Tochter Levis” (Exodus 2,1), und die ägyptische Prinzessin, die Tochter des Pharaos (Exodus 2,5) – seinem grausamen Befehl.

Als Mose geboren wird, sieht seine Mutter ihren Sohn an und findet, dass er „gut“ ist (tov, Exodus 2,2). Diese Geschichte erinnert an Genesis 1, wo Gott seine ganze Schöpfung anschaut und sieben Mal sagt, dass sie „gut“ (tov) ist. Im Gegensatz zum Pharao, der entschlossen ist, Leben zu zerstören, erkennt Moses Mutter das gute Geschenk des Lebens und schützt es.

Um ihn vor dem Todesurteil des Pharaos zu schützen, versteckt Moses Mutter ihren Sohn drei Monate lang. Und als sie ihn nicht länger verstecken kann, baut sie ein wasserdichtes Gefäß, auf Hebräisch „teva“, legt Mose hinein und lässt ihn auf dem Nil treiben (Exodus 2,3). Das hebräische Wort „teva“ kommt nur in einer anderen biblischen Geschichte vor: Noah baut eine „teva“ (normalerweise mit „Arche“ übersetzt), um seine Familie vor einer Flut zu retten (Genesis 6–7). Moses Mutter arbeitet wie Noah mit Gott zusammen, um eine Arche zu bauen und vor dem Tod im Wasser zu retten.

Als Mose in der Teva im Nil treibt, wird diese von der Tochter des Pharaos bei ihrem Bad im Fluss zwischen den Schilfpflanzen entdeckt. Sie schickt ihre Dienerin, um sie zu holen, und findet beim Öffnen ein weinendes Baby darin. Im Gegensatz zur Hartherzigkeit ihres Vaters hat sie Mitleid mit dem schutzlosen Kind und entscheidet sich für Barmherzigkeit statt für die Tyrannei ihres Vaters. Sie rettet einen Jungen, den ihr Vater zum Tode verurteilt hat, indem sie ihn aus dem Nil zieht – genau den Ort, in den ihr Vater ihn hineinwerfen lassen würde.

Der Name „Mose” bedeutet „der Herausgezogene” oder „der Herausgerettete” (Exodus 2,10). Er kann sich nicht selbst aus den bedrohlichen Fluten retten (und könnte es auch gar nicht). Er wird von Frauen herausgezogen und gerettet, die Mitgefühl zeigen und so Leben bewahren.

Moses Schwester Miriam hat ihren kleinen Bruder aus der Ferne beobachtet. Sie fasst ihren Mut und spricht die ägyptische Prinzessin an, um ihr anzubieten, eine hebräische Amme für den Jungen zu finden. Die Tochter des Pharaos ist einverstanden, also wählt Miriam strategisch Moses eigene Mutter aus. Die Tochter des Pharaos gibt Mose schließlich an seine Mutter zurück und verspricht, ihr einen Lohn zu zahlen, wenn sie sich bereit erklärt, den Jungen zu stillen.

Als Mose keine Amme mehr braucht, bringt seine Mutter ihn zurück zur königlichen Familie, und die Tochter des Pharaos zieht Mose wie ihren eigenen Sohn auf. Wieder einmal arbeiten zwei Frauen zusammen, um Leben zu schenken.

Geblendet von Arroganz (und vielleicht auch von Traditionen) sieht der Pharao nicht die Weisheit und Kraft, die die sechs Frauen zeigen, die wir bisher kennengelernt haben: Schifra, Pua, Moses Mutter, seine Schwester, die Tochter des Pharaos und ihre Dienerin. Moses Familie – und letztlich ganz Israel – wird durch das Handeln dieser Frauen wiederhergestellt. Und dann, am Ende von Exodus 2, tritt eine weitere Frau hervor, um Leben zu schützen. Sie ist die siebte.

Eine Ehefrau rettet Leben

Diese siebte Frau ist Zippora, die Tochter eines Midianiters namens Reguël (sie ist also keine Israelitin). Als Mose erwachsen wird, tötet er einen ägyptischen Sklavenhalter, der einen hebräischen Sklaven misshandelt. Um der Strafe des Pharaos zu entgehen, flieht Mose nach Midian (Exodus 2,11-15). Als Fremder, ganz allein in Midian, ist Mose angreifbar. Aber er heiratet Zippora und findet bei ihrer Familie Schutz und eine neue Identität (2,16-22).

Durch die Rettung Moses wird Zippora zur siebten Frau in dieser Reihe von weiblichen Retterinnen in Exodus 1-2. In Exodus 4,24-26 erfahren wir etwas mehr über sie.

Exodus 4, 24-26
24 Unterwegs am Rastplatz fiel Jahwe über Mose her und wollte ihn töten. 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein, schnitt die Vorhaut am Glied ihres Sohnes ab und berührte damit die Scham von Mose. Dabei sagte sie: „Du bist mir wirklich ein Blutsbräutigam!“ 26 Wegen der Beschneidung sagte sie „Blutsbräutigam“ zu ihm. Da ließ Jahwe von Mose ab.

Diese seltsame kurze Geschichte erzählt, wie Gott Moses Leben bedroht. Das könnte eine Strafe dafür sein, dass er den Ägypter umgebracht hat, oder weil er Gottes Anweisungen zur Beschneidung nicht befolgt hat. So oder so, Zippora ist in dieser Geschichte die kluge Person, die weiß, was zu tun ist, und Moses Leben rettet. Ohne ihr Eingreifen wäre Mose gestorben.

Der Exodus beginnt mit Frauen, die mit Gott zusammenarbeiten

Die Alttestamentlerin Phyllis Trible sagt über die Frauen in Exodus 1-2:

„Zwei Hebammen, eine hebräische Mutter, eine Schwester, die Tochter des Pharaos und ihre Dienerinnen füllen diese Passagen. Die Hebammen, die die Namen Schifra und Pua haben, widersetzen sich dem mächtigen Pharao, der namenlos bleibt. Die Mutter und die Schwester arbeiten zusammen, um ihren kleinen Sohn und Bruder zu retten. Die Tochter des Pharaos identifiziert sich eher mit ihnen als mit ihrem Vater. Dieses Bild bricht mit der kindlichen Treue, überschreitet Klassengrenzen und überwindet ethnische und politische Unterschiede. Eine Gruppe von Frauen schließt sich für Erlösung zusammen; mit ihnen beginnt der Exodus.“ (1)

Die sieben Frauen aus Exodus 1-2 sind nicht nur Nebenfiguren im Hintergrund; sie sind die Architektinnen der Erlösung, die den Samen säen, aus dem die Befreiung Israels erwächst.

Die Geschichte vom Auszug Israels aus Ägypten bringt uns oft Bilder von Mose in den Sinn, der mit erhobenem Stab am Roten Meer steht, oder von einer Plage von Fröschen, die durch ägyptische Häuser hüpfen. Aber der Auszug beginnt mit den Frauen, die sich mit Gott zusammentun, um die Rettung Israels zu bewirken – ohne sie hätte diese Geschichte nicht stattfinden können.

Ihre wichtige Rolle wird zusätzlich dadurch betont, dass der Pharao die Töchter als Bedrohung für seine Macht sieht. Er sagt, die hebräischen Töchter können leben, weil er nicht befürchtet, dass sie ihn überwältigen könnten. Aber diese Frauen werden von Gott gestärkt und beweisen dadurch das Gegenteil.

Der Pharao steht für die Folgen der Ablehnung Gottes durch die Menschheit: den ungerechten Gebrauch von Macht und die Unterdrückung der Schwachen. Er hat die ganze Macht eines menschlichen Diktators und nutzt sie, um Menschen den Tod zu bringen.

Aber die Frauen in dieser Geschichte widersetzen sich mutig den todbringenden Methoden des Pharaos und arbeiten mit Gott zusammen, um das Leben zu bewahren und jeden Menschen mit Würde zu behandeln.

Original von BibleProject Scholar Team
Übersetzung von Julia Pfeifer

(1) Phyllis Trible, „Five Loaves and Two Fishes“, Theological Studies 50 (1989): 290.

Übersetzungen der Bibelstellen durch das Team von BibleProject, um die Bedeutung von chaya, chaye und teva hervorzuheben.